Was du brauchst
- Den Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden von der letzten Abrechnung
- Den geplanten oder vorhandenen Jahresertrag der Anlage
- Den aktuellen Arbeitspreis je Kilowattstunde und die Einspeisevergütung
- Ein Gefühl dafür, wann im Haushalt Strom verbraucht wird — tagsüber oder abends
1Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote sind nicht dasselbe
Beide Kennzahlen beschreiben dieselbe Energiemenge, aber mit verschiedenen Nennern — und genau deshalb werden sie ständig verwechselt.
Der Autarkiegrad sagt, welcher Anteil deines Verbrauchs aus der eigenen Anlage kommt. Die Formel lautet: selbst genutzter Solarstrom geteilt durch Gesamtverbrauch. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Verbrauch, der davon 1.300 aus der eigenen Anlage deckt, hat einen Autarkiegrad von 37 Prozent.
Die Eigenverbrauchsquote sagt, welcher Anteil deiner Erzeugung im Haus bleibt. Formel: selbst genutzter Solarstrom geteilt durch Gesamterzeugung. Dieselbe Anlage mit 4.800 Kilowattstunden Erzeugung kommt damit auf 27 Prozent.
Der Unterschied ist nicht akademisch. Beim Autarkiegrad zählt, wie unabhängig du vom Netz bist — das ist die Zahl, die die meisten meinen, wenn sie „Autarkie“ sagen. Bei der Eigenverbrauchsquote zählt, wie gut du deinen Strom verwertest — das ist die Zahl, die über die Wirtschaftlichkeit entscheidet, weil selbst genutzter Strom den vollen Bezugspreis spart, eingespeister nur die deutlich niedrigere Vergütung bringt.
Eine große Anlage hebt den Autarkiegrad und senkt gleichzeitig die Eigenverbrauchsquote. Eine kleine Anlage macht es umgekehrt. Wer eine der beiden Zahlen maximieren will, muss wissen, welche.
2Was ein Speicher leistet — und was nicht
Ein Speicher verschiebt Energie in der Zeit — von der Mittagsspitze in den Abend. Mehr nicht. Diese eine Aussage beantwortet die meisten Speicherfragen.
Ohne Speicher fällt der Solarstrom dann an, wenn im typischen Haushalt am wenigsten verbraucht wird. Was übrig bleibt, geht ins Netz. Abends, wenn gekocht, geheizt und ferngesehen wird, kommt der Strom wieder aus dem Netz zurück — nur teurer. Der Speicher füllt genau diese Lücke.
Daraus folgt die erste Grenze: Ein Speicher kann nur so viel verschieben, wie tagsüber überschüssig ist und abends gebraucht wird. Bei einem Haushalt, der ohnehin tagsüber verbraucht — Homeoffice, Wärmepumpe im Tagbetrieb —, bleibt weniger zu verschieben, und der Speicher bringt entsprechend weniger.
Die zweite Grenze ist die Jahreszeit. Im Sommer ist jeden Tag mehr Überschuss da, als der Speicher fassen kann; er ist mittags voll und abends leer, ein perfekter Zyklus. Im Dezember gibt es an vielen Tagen gar keinen Überschuss — dann bleibt der Speicher leer und trägt nichts bei. Ein Speicher überbrückt die Nacht, nicht den Winter. Saisonale Speicherung mit Batterien ist physikalisch und wirtschaftlich nicht darstellbar; dafür bräuchte man die hundertfache Kapazität.
Die dritte Grenze sind die Verluste. Ein Lithium-Speichersystem gibt rund 90 bis 95 Prozent der geladenen Energie wieder ab; mit Wechselrichterverlusten auf beiden Wegen bleiben systemisch etwa 85 bis 90 Prozent. Aus zehn geladenen Kilowattstunden werden also gut neun nutzbare.
3Wie groß der Speicher sein sollte
Die verbreitetste Faustregel lautet: rund eine Kilowattstunde nutzbare Speicherkapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden landet damit bei 3,5 Kilowattstunden, einer mit 5.000 bei 5.
Eine zweite, ähnlich gute Regel bezieht sich auf die Anlage: rund eine Kilowattstunde Speicher je Kilowatt Peak. Beide führen bei üblicher Auslegung zu ähnlichen Größen, weil Anlage und Verbrauch meist zusammenpassen.
Entscheidend ist, was jenseits dieser Größe passiert. Die Kurve des Autarkiegrads über der Speichergröße steigt anfangs steil und flacht dann deutlich ab. Bei unserem Beispielhaushalt bringt der Sprung von null auf 3,5 Kilowattstunden rund 28 Prozentpunkte Autarkie. Der Sprung von 3,5 auf 7 bringt nur noch etwa zwölf, der von 7 auf 14 noch einmal acht. Jede weitere Kilowattstunde kostet dabei gleich viel.
Der Grund ist einfach: Der erste Teil des Speichers wird an fast jedem Tag des Jahres voll genutzt. Der obere Teil nur an den wenigen Tagen, an denen genug Überschuss da ist und abends genug verbraucht wird — im Winter nie, im Sommer nicht immer. Ein zu großer Speicher steht die meiste Zeit halb leer und altert trotzdem.
Praktisch heißt das: Beim ersten Kauf lieber an der Faustregel bleiben. Viele Systeme lassen sich später erweitern, wenn eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt und den Abendverbrauch tatsächlich erhöht.
4Welcher Autarkiegrad ist realistisch?
Ohne Speicher erreicht ein durchschnittlicher Haushalt mit passend ausgelegter Anlage einen Autarkiegrad von 25 bis 35 Prozent. Der Wert liegt höher, wenn tagsüber jemand zu Hause ist, und niedriger bei klassischem Berufspendlerprofil.
Mit einem nach Faustregel bemessenen Speicher steigen die Werte auf 55 bis 70 Prozent. Das ist die Größenordnung, mit der seriöse Angebote rechnen. Alles darüber verlangt entweder eine deutlich größere Anlage, einen deutlich größeren Speicher oder einen Verbrauch, der sich stark in den Tag verschieben lässt.
Über 80 Prozent Jahresautarkie kommt man in Mitteleuropa praktisch nicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand — der Grund steht in der Monatsverteilung: November bis Februar liefern zusammen nur rund 14 Prozent des Jahresertrags. In diesen Monaten kommt der Strom fast vollständig aus dem Netz, ganz gleich wie groß der Speicher ist.
Umgekehrt ist im Sommerhalbjahr Vollautarkie über Wochen normal. Wer seine Anlage im Juli beobachtet und daraus auf das Jahr schließt, kommt zu einem völlig falschen Bild — dieselbe Falle wie bei der Ertragsprognose.
Ein guter Autarkiegrad ist übrigens kein Selbstzweck. Er kostet Geld, und ab einem gewissen Punkt kauft man Unabhängigkeit teurer ein, als der Netzstrom kostet. Wer Autarkie aus Überzeugung will, sollte das wissen und bewusst entscheiden; wer rechnet, hört früher auf.
5Rechnet sich der Speicher?
Der Nutzen eines Speichers ist eine einzige Zahl: die Differenz zwischen dem, was eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet, und dem, was sie bei Einspeisung eingebracht hätte. Bei 35 Cent Bezugspreis und 8 Cent Vergütung sind das 27 Cent je verschobener Kilowattstunde.
Wie viele Kilowattstunden ein Speicher im Jahr verschiebt, ergibt sich aus seiner nutzbaren Kapazität mal der Zahl der Vollzyklen. Realistisch sind 200 bis 250 Vollzyklen im Jahr — im Sommer fast täglich einer, im Winter kaum welche. Ein Speicher mit 5 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität verschiebt damit rund 1.000 bis 1.250 Kilowattstunden, abzüglich der Systemverluste etwa 900 bis 1.100.
Multipliziert mit 27 Cent ergibt das einen jährlichen Nutzen von rund 240 bis 300 Euro. Kostet der Speicher 4.000 Euro, liegt die einfache Amortisation bei 13 bis 17 Jahren — knapp an der typischen Garantiedauer von zehn Jahren beziehungsweise 6.000 bis 10.000 Zyklen.
Diese Rechnung reagiert empfindlich auf drei Größen. Steigt der Strompreis, wird der Speicher schnell attraktiver. Sinkt der Speicherpreis, ebenso. Und je mehr Abendverbrauch der Haushalt hat, desto mehr Zyklen kommen zusammen. Wer eine Wärmepumpe oder ein E-Auto betreibt, rechnet deutlich günstiger als ein Zwei-Personen-Haushalt ohne beides.
Was nicht in die Rechnung gehört: die Anlage selbst. Die Photovoltaik rechnet sich in aller Regel deutlich schneller als der Speicher — meist in acht bis zwölf Jahren. Beide zusammen zu betrachten verschleiert, dass es zwei getrennte Investitionsentscheidungen sind. Man kann die Anlage bauen und den Speicher später nachrüsten.
6Wie lange dauert es, bis der Speicher voll ist?
Die Ladedauer ergibt sich aus dem Überschuss, nicht aus der Anlagenleistung. Entscheidend ist, was nach Abzug des laufenden Hausverbrauchs übrig bleibt.
Ein Beispiel: eine 5-kWp-Anlage an einem klaren Junitag liefert um die Mittagszeit etwa 4 Kilowatt. Der Grundverbrauch des Hauses liegt bei 0,4 Kilowatt. Es bleiben 3,6 Kilowatt Ladeleistung. Ein Speicher mit 10 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität ist damit in knapp drei Stunden voll — vorausgesetzt, er war leer und die Ladeleistung des Systems lässt das zu.
Genau da liegt die zweite Grenze: Viele Heimspeicher laden mit höchstens 0,5 C, also der halben Kapazität je Stunde. Ein 10-kWh-Speicher nimmt dann maximal 5 Kilowatt auf — bei kleineren Anlagen ist ohnehin der Überschuss der Engpass.
Im Frühjahr und Herbst zieht sich das über den ganzen Tag, weil die Leistung nur zwei bis drei Kilowatt erreicht. Im Dezember wird der Speicher an vielen Tagen gar nicht voll.
Für die Auslegung ist daraus eine einfache Probe abzuleiten: Wenn dein Speicher an einem durchschnittlichen Sommertag nicht voll wird, ist er zu groß für deine Anlage. Wenn er schon vormittags voll ist und der Rest des Tages eingespeist wird, ist er zu klein — oder die Anlage zu groß.
7Ein vollständiges Beispiel
Ein Vier-Personen-Haushalt in Köln verbraucht 4.200 Kilowattstunden im Jahr, überwiegend morgens und abends. Auf dem Südwestdach sind 6 kWp geplant, der spezifische Ertrag liegt bei rund 958 Kilowattstunden je Kilowatt Peak — macht 5.750 Kilowattstunden Erzeugung.
Ohne Speicher: Der Eigenverbrauch liegt bei etwa 28 Prozent der Erzeugung, also 1.610 Kilowattstunden. Der Autarkiegrad beträgt 1.610 von 4.200, also 38 Prozent. Ins Netz gehen 4.140 Kilowattstunden.
Mit einem Speicher nach Faustregel — 4,2 Kilowattstunden nutzbar, gerundet auf ein handelsübliches 5-kWh-System: Der Speicher verschiebt bei rund 220 Vollzyklen und 88 Prozent Systemwirkungsgrad etwa 970 Kilowattstunden zusätzlich in den Eigenverbrauch. Der Eigenverbrauch steigt damit auf 2.580, die Eigenverbrauchsquote auf 45 Prozent, der Autarkiegrad auf 61 Prozent.
Der finanzielle Effekt: 970 Kilowattstunden mal 27 Cent Differenz ergibt rund 262 Euro im Jahr. Bei einem Aufpreis von 4.000 Euro für den Speicher amortisiert er sich rechnerisch in gut 15 Jahren.
Und die Variante, die viele übersehen: Statt des Speichers dieselben 4.000 Euro in mehr Module zu stecken, brächte bei diesem Dach etwa 3 kWp zusätzlich und damit 2.870 Kilowattstunden mehr Erzeugung — von denen aber nur ein kleiner Teil selbst genutzt würde. Welche Variante gewinnt, hängt am Verhältnis von Modulpreis, Speicherpreis und Einspeisevergütung. Genau diese Rechnung kannst du in SolarFinder durchspielen, indem du Anlagengröße und Speicher unabhängig voneinander veränderst.
8Gleich mitkaufen oder später nachrüsten?
Die Anlage rechnet sich schneller als der Speicher. Daraus folgt eine naheliegende Strategie: erst die Photovoltaik bauen, den Speicher später ergänzen, wenn Strompreis, Speicherpreis oder der eigene Verbrauch dafür sprechen.
Technisch geht das auf zwei Wegen. Ein AC-gekoppelter Speicher hängt hinter dem Wechselrichter am Hausnetz und lässt sich an praktisch jede bestehende Anlage anschließen — auch an eine fremder Bauart. Er ist etwas verlustreicher, weil der Strom zweimal gewandelt wird, dafür völlig unabhängig vom vorhandenen System. Ein DC-gekoppelter Speicher sitzt vor dem Wechselrichter und arbeitet effizienter, verlangt aber einen Hybridwechselrichter — der muss von Anfang an da sein oder später getauscht werden.
Wer die Nachrüstung offenhalten will, kauft deshalb gleich einen Hybridwechselrichter. Der Aufpreis gegenüber einem reinen Netzwechselrichter ist überschaubar und deutlich kleiner als ein späterer Austausch.
Gegen das Warten spricht vor allem die Förderlage und die Montage. Wird der Speicher zusammen mit der Anlage installiert, fällt der Aufwand einmal an — Gerüst, Elektriker, Anmeldung beim Netzbetreiber. Später kommt das teilweise erneut. Ob das den Vorteil des späteren, meist günstigeren Speichers aufwiegt, hängt vom Angebot ab.
Eine dritte Möglichkeit wird oft übersehen: gar keinen Speicher, dafür den Verbrauch verschieben. Waschmaschine, Spülmaschine, Warmwasserbereitung und das Laden des E-Autos in die Mittagsstunden zu legen, hebt den Eigenverbrauch ähnlich stark wie ein kleiner Speicher — und kostet nichts außer Gewohnheit.
9Notstrom, Ersatzstrom und was davon im Speicher steckt
Viele kaufen einen Speicher in der Erwartung, bei Stromausfall weiterversorgt zu sein. Das ist keine Selbstverständlichkeit — im Gegenteil: Ein Standardspeicher schaltet bei Netzausfall ab.
Der Grund ist eine Sicherheitsvorschrift. Wechselrichter müssen sich bei Netzausfall trennen, damit niemand an einer vermeintlich toten Leitung arbeitet, während die Anlage weiter einspeist. Ohne zusätzliche Technik steht deshalb auch eine Anlage mit vollem Speicher still, sobald der Netzstrom weg ist.
Es gibt zwei Ausbaustufen, die das ändern. Die Notstromfunktion stellt nach dem Ausfall eine einzelne Steckdose bereit, meist mit begrenzter Leistung und mit einer Unterbrechung von einigen Sekunden bis Minuten. Sie genügt für Kühlschrank, Router und Licht. Die Ersatzstromfunktion versorgt dagegen das ganze Haus über einen Umschalter und kann je nach System sogar unterbrechungsfrei arbeiten — sie ist deutlich aufwendiger und teurer, weil ein Netztrennschalter und eine geeignete Verkabelung nötig sind.
Beides muss beim Kauf mitbestellt werden. Nachrüsten ist bei vielen Systemen technisch möglich, aber teuer, weil in die Hausinstallation eingegriffen wird. Wer den Speicher auch als Ausfallsicherung will, sollte das vor der Auswahl entscheiden und im Angebot ausdrücklich sehen — die Begriffe werden im Vertrieb oft unscharf benutzt.
Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung spielt die Funktion keine Rolle: Sie spart keine Kilowattstunde, sie erhöht die Verfügbarkeit. Wer sie will, kauft Komfort und Sicherheit, nicht Rendite.
10Häufige Fehler
Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote verwechseln. Beide Zahlen beschreiben dieselbe Energiemenge mit verschiedenen Nennern und führen zu gegensätzlichen Schlüssen.
Den Speicher am Sommertag auslegen. Wer die Kapazität so wählt, dass sie den Junitag abdeckt, kauft für elf Monate zu viel.
Brutto- statt Nutzkapazität ansetzen. Zwischen beiden liegen oft zehn Prozent.
Auf saisonale Autarkie hoffen. Der Speicher überbrückt die Nacht, nicht den Winter — dafür fehlt der Faktor hundert.
Speicher und Anlage in einer Rechnung mischen. Die Anlage amortisiert sich deutlich schneller; zusammengerechnet sieht der Speicher besser aus, als er ist.
Die Vollzyklen zu hoch ansetzen. 300 und mehr Zyklen im Jahr erreichen nur Haushalte mit sehr hohem Abendverbrauch — realistisch sind 200 bis 250.
Häufige Fragen
Was bedeutet Autarkiegrad?
Der Autarkiegrad ist der Anteil deines Stromverbrauchs, den du aus der eigenen Anlage deckst: selbst genutzter Solarstrom geteilt durch Gesamtverbrauch. Nicht zu verwechseln mit der Eigenverbrauchsquote, die den selbst genutzten Anteil der Erzeugung angibt.
Wie berechne ich den Autarkiegrad?
Selbst genutzten Solarstrom durch den Gesamtverbrauch teilen und mit 100 multiplizieren. Beispiel: 1.300 kWh aus der Anlage bei 3.500 kWh Verbrauch ergibt 37 Prozent. Für die Eigenverbrauchsquote teilst du dieselben 1.300 kWh stattdessen durch die Erzeugung.
Welcher Autarkiegrad ist gut?
Ohne Speicher 25 bis 35 Prozent, mit einem nach Faustregel bemessenen Speicher 55 bis 70 Prozent. Über 80 Prozent im Jahresmittel ist in Mitteleuropa nur mit unverhältnismäßigem Aufwand erreichbar, weil November bis Februar zusammen nur rund 14 Prozent des Jahresertrags liefern.
Wie groß sollte der Batteriespeicher sein?
Als Faustregel rund eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch — bei 4.000 kWh also etwa 4 kWh. Alternativ eine Kilowattstunde je Kilowatt Peak Anlagenleistung. Größere Speicher bringen deutlich weniger zusätzliche Autarkie, kosten aber gleich viel je Kilowattstunde.
Rechnet sich eine Solaranlage mit Speicher?
Die Anlage rechnet sich fast immer, der Speicher nur unter Bedingungen. Sein Nutzen ist die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisevergütung — bei 35 und 8 Cent also 27 Cent je verschobener Kilowattstunde. Ein 5-kWh-Speicher verschiebt rund 1.000 kWh im Jahr, das sind etwa 270 Euro. Bei 4.000 Euro Aufpreis liegt die Amortisation bei rund 15 Jahren.
Wie lange dauert es, bis ein 10-kWh-Speicher voll ist?
An einem klaren Sommertag mit einer 5-kWp-Anlage bleiben nach Abzug des Hausverbrauchs rund 3,6 Kilowatt Ladeleistung — der Speicher ist dann in knapp drei Stunden voll. Im Frühjahr und Herbst dauert es den ganzen Tag, im Dezember wird er an vielen Tagen gar nicht voll.
Funktioniert mein Speicher bei Stromausfall?
Nur mit Not- oder Ersatzstromfunktion. Ohne diese Zusatztechnik trennt sich der Wechselrichter bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab, und auch ein voller Speicher liefert nichts. Notstrom stellt eine einzelne Steckdose bereit, Ersatzstrom versorgt das Haus über einen Umschalter — beides muss beim Kauf ausdrücklich mitbestellt werden.
Kann ein Speicher den Winter überbrücken?
Nein. Ein Heimspeicher verschiebt Energie über Stunden, nicht über Monate. Für saisonale Speicherung bräuchte man etwa die hundertfache Kapazität, was weder technisch noch wirtschaftlich darstellbar ist. Im Winter kommt der Strom weitgehend aus dem Netz.
Lohnt sich mehr Speicher oder mehr Module?
Das hängt vom Verhältnis aus Modulpreis, Speicherpreis und Einspeisevergütung ab. Mehr Module erhöhen die Erzeugung, wovon ohne Speicher nur ein kleiner Teil selbst genutzt wird; mehr Speicher erhöht den genutzten Anteil, aber mit fallendem Zusatznutzen. Am besten beide Varianten mit den eigenen Zahlen durchrechnen.
Wie viele Ladezyklen schafft ein Speicher im Jahr?
Realistisch 200 bis 250 Vollzyklen: im Sommer fast täglich einer, im Winter kaum welche. Angaben von 300 und mehr setzen einen sehr hohen Abendverbrauch voraus, etwa durch Wärmepumpe oder E-Auto.